Sources regarding the history of the Jews in the Bishopric of Worms (1348-1390)

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46 records in this corpus. Displaying record 2.

Judensiegel 2, Nr. 2

1352 Juni 21

Siegel des Zürcher Juden Viflin (Vivlin ben Mosche):

Umschrift rechts: . ויולין . ב''ר . משה (Vivlin, Sohn des Herrn Mose); Umschrift links: S'(IGILLVM) . VIFLI . IVDEI . (1)

(1) Viflins Vater Mose sowie der Onkel Gumprecht verwendeten in ihren Umschriften für das Patronym noch nicht 'ben Rav' ('Sohn des Herrn'), sondern nutzten lediglich das einfache 'ben' ('Sohn'); vgl. JS01, Nr. 17 zu Mose und JS01, Nr. 18 für Gumprecht.

Überlieferung:

Zürich, StA, C I, Nr. 280, hebr. und lat.

  • Friedenberg, Seals (1987), Nr. 73, S. 158 (mit Abb.) und 160-163;
  • Avneri, Seals (1967), Nr. 39, S. 167.
  • Urkundenregesten des Staatsarchivs des Kantons Zürich 1, Nr. 920, S. 195.
  • Burmeister, Medinat Bodase 2 (1996), S. 63 f. (mit Zeichnung);
  • Cuno, Bonn (1975), S. 23 f.;
  • GJ 2, 2, S. 947;
  • Guggenheim-Grünberg, Judenschicksale (1967), S. 24 (mit Abb.);
  • Kisch, Sceaux (1882), S. 287-281.

Kommentar:

Beschreibung: Das Siegel ist in gutem Zustand; Dm: 30 mm (Abdruck); Material: Wachs; Form: rund.

Siegelbild: Ein spitzer Wappenschild auf einem durch ein Rautengitter aufgerissenem Siegelfeld zeigt drei Judenhüte, deichselweise angeordnet und sich in der Mitte an ihren Spitzen berührend.

Das Siegelbild kann als Familienwappen (armoiries de famille) angesehen werden, da es 1329 schon von Viflins Vater Mose (JS01, Nr. 17, Siegel 1) und dem Onkel Gumprecht (JS01, Nr. 15, Siegel 2) in ihren Siegeln geführt wurde. Vgl. auch die Siegel der Regensburger Juden Gnendel (JS02, Nr. 38, Siegel 1) und dessen Sohn Kalman (Chalmon) (JS02, Nr. 39, Siegel 2) von 1384 sowie Gnendels späteres Siegel von 1391 (JS03, Nr. 2) für ein weiteres Familienwappen (hier: Hahn).

Aussteller des Verzichtsbriefs war neben Viflin auch Guta, sin Swester, Moyses des Juden selbigen Kind, die unter Viflins Siegel aufgeführt wird und sich willeklich binde wan ich ein eigens Insigel als nit han (Siegelkarenz). Die beiden Kinder Moses waren Überlebende des Judenbrands von Zürich am 22. Februar 1349, bei dem ihr Vater ermordet wurde; vgl. Guggenheim-Grünberg, Judenschicksale (1967), S. 9; Dies., Frühgeschichte (1962), S. 30; Gilomen, Verhältnisse (1995), S. 351.

Zur Urkunde, an der das Symbolsiegel hängt, vgl. #0000# zu 1352 VI 21.

(ale.) / Letzte Bearbeitung: 06.04.2017

Zitierhinweis

Corpus der Quellen zur Geschichte der Juden im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Alfred Haverkamp und Jörg R. Müller, Trier, Mainz 2015, JS02, Nr. 2, URL: http://www.medieval-ashkenaz.org/JS02/CP1-c1-02s3.html (Datum des Zugriffs)

Lizenzhinweis

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