Sources regarding the history of the Jews in the Bishopric of Worms (1348-1390)

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Judensiegel 2, Nr. 5

Nach 1356 September 1

Siegel des Goslarer Juden Ascher (Asser):

Umschrift: […] […]אשר ב''ר אברהם הכהן הב * (Ascher, Sohn des Herrn Abraham haKohen haB[…] […]). (1)

(1) Das Verschlusssiegel wurde beim Öffnen des Briefes zerstört und kann deshalb nur in Teilen gelesen werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dem Patronym der Beiname 'der Gute' folgte, da Aschers Vater Abraham in den Goslarer Quellen als Abraham de Goude bezeichnet wird; vgl. NO01, Nr. 272, dort weitere Belege. Die Umschrift dürfte außerdem mit einer Segensformel für den Vater geendet haben. Der nicht mehr leserliche Teil der Umschrift bietet Raum genug für Beinamen und Segensformel.

Überlieferung:

Goslar, StadtA, Brief 882, hebr.

  • GJ 3, 1, S. 452 und 456, Anm. 54.

Kommentar:

Beschreibung: Das Siegel ist durch das Aufbrechen des Briefes stark fragmentiert und einige Teile sind verloren gegangen; Dm: 36 mm (Abdruck). Damit war das Siegel ungewöhnlich groß für private Judensiegel; Material: Wachs; Form: rund.

Siegelbild: Ein Pentagram im Schild.

Das Siegel Aschers (Asser), Sohn Abrahams des Guten, ist in den Quellen zweimal belegt. Der beschriebene Abdruck ist aber der einzige erhaltene; als zweiter Beleg dient der nur kopial erwähnte, in dem von einem Brief gesprochen wird, an dem Aschers Siegel gehangen habe; vgl. 1356 IX 26 (link fud:NO-c1-0035>: de bref […] dar ok Assers inghesegel ane gehanghet). Der vorliegende Brief wurde von Aschers Frau Hanneke ausgestellt und besiegelt, weshalb davon auszugehen ist, dass Ascher zum Zeitpunkt der Besiegelung schon verstorben war. Zur Diskussion um die Datierung siehe die Edition der Urkunde: ###NO-c1-003p###. Die Praxis der Siegelübernahme durch Witwen ist auch gut belegt von der Koblenzer Jüdin Reynette, die nach Ableben ihres ersten Mannes Leo dessen Siegel führte und in zweiter Ehe mit Mose Bonenfant das Siegel wieder ablegte. Sie wurde dann stets unter Moses Siegel mitaufgeführt; vgl. zu Leos Siegel JS02, Nr. 14 und zu Moses Siegel JS02, Nr. 21.

Es handelt sich hier um eines der wenigen überlieferten Judensiegel aus Aschkenas, das als Verschlusssiegel verwendet wurde. Für ein weiteres Beispiel siehe das Siegel Asriels aus der Zeit zwischen 1356 und 1369 VIII 23 (JS02, Nr. 3).

Zur Urkunde, an der das Verschlusssiegel aufgedrückt wurde, vgl. ###NO-c1-003p###.

(ale.) / Letzte Bearbeitung: 19.06.2015

Zitierhinweis

Corpus der Quellen zur Geschichte der Juden im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Alfred Haverkamp und Jörg R. Müller, Trier, Mainz 2015, JS02, Nr. 5, URL: http://www.medieval-ashkenaz.org/JS02/JS-c1-001q.html (Datum des Zugriffs)

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