Quellen zur Geschichte der Juden in der Mark Brandenburg (1273–1347)

Zurück zur Übersicht

133 Quellen in diesem Teilcorpus. Sie sehen die Quelle 2.

Brandenburg 1, Nr. 2

1277 Januar 18, Galenbeck

Fürst Wizlaw [II.] von Rügen verkauft den Markgrafen von Brandenburg Johann [II.], Otto [IV.] und Konrad [I.] das Land Schlawe (terram zlauuam) mit dessen festen Häusern (castris) und der Stadt Rügenwald (civitate Ruyenwolde).

Neben dem Kaufpreis von 3200 Mark und weiteren Abmachungen wird festgehalten, dass die Markgrafen die Schulden des Fürsten Wizlaw in Höhe von 319 Mark bei den Juden in Magdeburg (a iudeis in Magdeburg) (1) auslösen.

Acta sunt hec circa pontem, que vocatur Cynsowe, anno domini M°. CC°. LXXVII°, in die sancte Prisce virginis. Data in Golenbeke.

Als Zeugen werden die milites nostri et promissores genannt.

(1) Wie schon bei Riedel (CDB) festgehalten: Gercken (CDB (Gercken)) gibt den Passus wieder: a vadio in Magdeburg. Die Begrifflichkeit verweist allerdings ebenso auf einen Kredit, sei es, dass er das auszulösende Pfand oder gar den Zinssatz selbst beschreibt.

Überlieferung:

Aufbewahrungsort unbekannt, (im Original offensichtlich schon Riedel nicht mehr zugänglich); Druck bei Gercken nach einem Berliner Kopialbuch, lat.

  • Pommersches UB 2, Nr. 1045, S. 333;
  • Pommerellisches UB, Nr. 285, S. 242 f.;
  • MUB 2, Nr. 1427, S. 561 (Auszug);
  • Urkunden zur Geschichte des Fürstentums Rügen 3, Nr. 190, S. 25 f.;
  • CDB 2, 1, Nr. 170, S. 129 f.;
  • CDB (Gercken) 1, Nr. 145, S. 247.
  • Quellen zur Geschichte der Juden in den Archiven der neuen Bundesländer 5, Nr. 4303, S. 334;
  • Regesten der Markgrafen von Brandenburg, Nr. 1102, S. 279 f.;
  • Täubler, Plan (1913), Nr. 6, S. 13;
  • Regesta diplomatica historiae Danicae 1, 1, Nr. 1246, S. 154 (Auszug, gänzlich anders aufgefasst, ohne Erwähnung der Juden);
  • Urkunden zur Geschichte des Fürstentums Rügen 3, 2, Nr. 190, S. 18 (ohne Erwähnung von Juden).
  • GJ 2, 2, S. 507;
  • Caro, Sozialgeschichte 2 (1920), S. 161 f.;

Kommentar:

Die Bestrebungen der Askanier sind im Zusammenhang mit einem Vorhaben zur Erlangung bzw. Sicherung des Ostseezugangs zu sehen (vgl. auch Schultze, Mark Brandenburg 1 (1961), S. 179).

Wie bereits in den Regesten der Markgrafen von Brandenburg, S. 280, mitgeteilt, fehlen in den Abschriften wohl etliche Namen der Zeugen und weiterer Beteiligter; ebd. auch zu den Erbschaften, die den hier zu erschließenden Besitzverhältnissen vorausgegangen sein dürften.

(jrc.) / Letzte Bearbeitung: 11.09.2018

Zitierhinweis

Corpus der Quellen zur Geschichte der Juden im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Alfred Haverkamp und Jörg R. Müller, Trier, Mainz 2013, BR01, Nr. 2, URL: http://www.medieval-ashkenaz.org/BR01/CP1-c1-01w5.html (Datum des Zugriffs)

Lizenzhinweis

Die Datensätze stehen unter einer Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0) Lizenz und können unter Berücksichtigung der Lizenzbedingungen frei nachgenutzt werden. Sofern nicht anders angegeben, sind die verwendeten Bilder urheberrechtlich geschützt.

Zurück zur Übersicht