Quellen zur Geschichte der Juden in der Mark Brandenburg (1273–1347)

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Brandenburg 1, Nr. 11

1301 März 23

Kopialer Eintrag im Gildebuch der Wollenweber zu Stendal: Niemand solle Wolle bei Juden kaufen oder sie außerhalb Stendals erwerben. Wer zuwiderhandelt, wird mit einer Geldstrafe belegt:

[…] Nymant scal wulle, eddir warpp In

den Joden (1) kopen, eddir In andern steden de en

entjegen sint, dat den lakenmakern gestalen iß,

we dat witliken dede, de scal beteren met teyn

schillingen der Stad vnde der gulde like todei

lende […] (2)

[fol. 20v.:]

[…] so hebben wy en gegheuen dissen

briff met vnsir Stad Ingesehl to eyner vastheit

bestediget vor eyne nuchafftige tuchnisse Geschen

vnde gewen nah godes bort dusent Iar dre hundert

Iar dar nah in dem irsten jar Deß fridag[es] vor dem

Sondage dar Inne anheuet Dat lident [!] Unseß heren […]

Disse gildebriff friheit (3)

[…] bestediget vnde en wedder mit der Stad

Grote Ingesegil dar dat kleyne to rugge ange-

Drucket iß Gegeuen unde vorsegilt nach der

bort Christi unseß heren Dusent virhundert Indem

achteunde vefftigstem Jar Am fridage nah unsir

liuenfrouwen Dage to lichtmissen [2. Februar 1458].

(1) In den Joden im Original von unterschiedlichen Händen mehrmals unterstrichen.

(2) Zu dieser Passage ein den gesamten Text gliedernder Randvermerk: Warpp In den Joden kopen.

(3) Die Karwoche beginnt 1301 mit dem 26. März (Palmarum); der Freitag davor ist der 23. März 1301. Es schließt sich an: die Zeugenliste.

Überlieferung:

Stendal, StadtA, I.069c, fol. 19r, Abschr. (wohl 1458); in einer Bestätigung der Statuten aus dem Jahre 1488 in derselben Archivalie, fol. 6v.

Kommentar:

Der Eintrag ist auf 1458 datiert. In diesem Jahr sei die Übersetzung ins Deutsche aus dem Lateinischen erfolgt. Das Statut selbst gibt in der Abschrift 1301 März 23 [Freitag vor Palmarum] als Entstehungstag an.

Terminus post quem der Abschrift ist 1458 Februar 2.

Zur Datierung des Inhalts der hier angeführten Bestimmung ist dieselbe Archivalie heranzuziehen, hier: fol. 20v.

Der Abschrift folgen offenbar die Authentizitätsversicherungen der Copisten und Notare, die für die Abschrift verantwortlich zeichneten. So ist der hierin angeführte Ludwig Schulte auf der nächsten Seite [21r.] als "notarius consulatus" bezeichnet. Eine vollständige Lesung des Passus' wird jedoch durch Abrieb und weitergehend eingeschränkte Lesbarkeit vereitelt.

Ein ähnlichlautender, nicht jedoch identischer, einige Jahre früher wirksam gewordenener Passus aus den Statuten der Berliner Wollenweber wird unter der Nummer BR01, Nr. 7 wiedergegeben.

Der im vorliegenden Regest behandelte Passus wird in demselben Gildebuch mit einer Datierung auf 1488 bestätigt: ###CP1-c1-02c8wr###.

(jrc.) / Letzte Bearbeitung: 10.04.2017

Zitierhinweis

Corpus der Quellen zur Geschichte der Juden im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Alfred Haverkamp und Jörg R. Müller, Trier, Mainz 2013, BR01, Nr. 11, URL: http://www.medieval-ashkenaz.org/BR01/CP1-c1-01yq.html (Datum des Zugriffs)

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