Das Judenschreinsbuch der Kölner Laurenz-Parochie (1273-1347)

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Kölner Judenschreinsbuch 1, Nr. 40

1281 Mai 1

Im so genannten Judenschreinsbuch der Kölner Laurenz-Parochie wird folgendes Immobiliengeschäft in einer hebräischen Urkunde und einem lateinischen Eintrag festgehalten:

Im Namen der Kölner Judengemeinde (קהל קולוניא) bestätigen Jakar haAluv, Sohn des Rabbiners R. Samuel haLevi s.A. (יקר העלב בן הרב ר׳ שמואל הלוי ז׳צ׳ט׳ו׳ל׳ה׳ה׳), Juda, Sohn R. Meirs (יהודה ב׳ר׳ מאיר), Mordechai, Sohn R. Joez' (מרדכי ב׳ר׳ יועץ), und Jakob, Sohn R. Chakims (יעקב ב׳ר׳ חכים), mit ihrer Unterschrift, dass jenes Haus, welches dem alten R. Joel haLevi (ר׳ יואל הלוי הזקן) gehört und zwischen der Frauensynagoge (בית הכנסת של הנשים) und der Enggasse [vier Häuser neben dem Haus "Zum Mist" gegenüber dem Haus Philipp Morats] (1) liegt, als Erbe an dessen Söhne und Enkel gefallen ist. Ein Hausdrittel gehört nun R. Elijakim, Sohn R. Joels ha Levi, genannt Gottschalk (ר׳ אליקים הנקרא גויישלק בר׳ יואל הלוי), [und dessen Frau Jutta] (2), die ein Zwölftel von Gottschalks Schwiegervater R. Samuel, Sohn R. Joels haLevi (ר׳ שמואל בר׳ יואל הלוי), geerbt und weitere Anteile von R. Menachem, Sohn R. Nechemjas [= Vivelin] (3), genannt Schonman, und dessen Frau Jente (ר׳ מנחם הנקרא שונמן בר׳ נחמיה ואשתו מרת יינטא) [sowie von Kela von Linz] (2), erworben haben.

ומה שידענו כתבנו וחתמנו לעדות נאמנה ("Was wir wussten, haben wir zum Beweis niedergeschrieben und unterzeichnet"). [Actum anno domini m° cc° lxxxi, vigilia beatorum Ph[ilippi] et Iacobi apostolorum] (4).

(1) Topographische Ergänzung nach lateinischer Parallelüberlieferung.

(2) Nennung der Frau nur in lateinischer Parallelüberlieferung.

(3) Namensvariante nach lateinischer Parallelüberlieferung.

(4) Datum des lateinischen Eintrags.

Überlieferung:

Köln, HASt, Schreinsbücher, Nr. 107, fol. 8v, Orig., Perg.

Druck: Judenschreinsbuch Laurenzpfarre, Nr. 149, S. 43 f.

Literatur: Cuno, Namen (1974), S. 284; GJ 2, 1, S. 426 und 491 f.; Kober, Grundbuch (1920), S. 124; Keussen, Topographie 1 (1910), S. 213.

Kommentar:

Zum Kölner Judenschreinsbuch vgl. KS01, Nr. 1. Das Regest basiert primär auf der hebräischen Vorurkunde. Der lateinische Schreinsbucheintrag, der lediglich kleinere Varianten aufweist, nimmt nur auf die Übertragung der Eigentumsrechte zugunsten Gottschalks und Juttas, nicht jedoch auf die vorangegangenen Besitzverhältnisse Bezug.

(bel./mno./rba.) / Letzte Bearbeitung: 21.06.2011

Zitierhinweis

Corpus der Quellen zur Geschichte der Juden im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Alfred Haverkamp und Jörg R. Müller, Trier, Mainz 2011, KS01, Nr. 40, URL: http://www.medieval-ashkenaz.org/KS01/CP1-c1-01na.html (Datum des Zugriffs)

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