Das Judenschreinsbuch der Kölner Laurenz-Parochie (1273-1347)

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Kölner Judenschreinsbuch 1, Nr. 56

1287 März 28

Im so genannten Judenschreinsbuch der Kölner Laurenz-Parochie wird folgendes Immobiliengeschäft in einer hebräischen Urkunde und zwei lateinischen Einträgen festgehalten:

Jakar haAluv, Sohn des Rabbiners R. Samuel haLevi s.A. (יקר העלוב בן הרב ר׳ שמואל הלוי ז׳צ׳ט׳ו׳ל׳ה׳ה׳), und Jakob Asriel, Sohn R. Aschers haLevi s.A. (יעקב עזריאל ב׳ר׳ אשר הלוי ז׳צ׳ל׳), bestätigen mit ihrer Unterschrift, dass R. Eleasar, Sohn R. Uris haLevi (ר׳ אלעזר בר׳ אורי הלוי), und dessen Frau Pora, Tochter R. Eleasars von Bonn (מרת פורא בת ר אלעזר מבונא), ein Siebtel des zwischen der Enggasse und dem Tanzhaus ("Haus für Hochzeiten") (הבית של נישואין) befindlichen Hauses, das neben dem Haus "Zum Mist" [in Richtung Bürgerhaus] (1) liegt, den Söhnen R. Jakobs, R. Josef und R. Alexander (ר׳ יוסף ולר׳ אלכסנדרי האחים בני ר׳ יעקב), übertragen haben.

ומה שידענו ונעשה לפנינו כתבנו וחתמנו בי׳א׳ בניסן שנת מ׳ז׳ לפרט אלף הששי ("Was wir wussten und vor uns geschah, haben wir niedergeschrieben und unterzeichnet am elften Nissan des Jahres 47 der [kleinen] Zählung des sechsten Jahrtausends") [= Actum anno domini m° cc° lxxx sexto, feria sexta post annunciacionem beate virginis] (2).

Dieselben Aussteller bezeugten ferner, dass R. Eleasar von Bonn (ר׳ אלעזר מבונא) [= Losan] (3) [und dessen Frau Gute] (4) ihren sieben Söhnen und Töchtern, einem Sohn und einer Tochter Gutes (מרת גודא) sowie den fünf Söhnen und Töchtern Rebekkas (מרת רבקה) Teile desselben Hauses übertragen hat. Daraufhin haben die vorgenannten Brüder R. Josef und R. Alexander (ר׳ יוסף ור׳ אלכסנדרי) [sowie deren Frauen Richza und Pora] (4) fünf Hausteile der Kinder Rebekkas gekauft.

(1) Topographische Ergänzung nach der lateinischen Parallelüberlieferung.

(2) Identisches Datum des zweiten lateinischen Schreinsbucheintrags.

(3) Namensvariante nach lateinischer Parallelüberlieferung.

(4) Die Ehefrauen werden lediglich in der lateinischen Überlieferung als Mitkäuferinnen genannt.

Überlieferung:

Köln, HASt, Schreinsbücher, Nr. 107, fol. 10v, Orig., Perg.

Druck: Judenschreinsbuch der Laurenzpfarre, Nr. 177f., S. 62f.

Literatur: Kober, Grundbuch (1920), S. 28 und 127.

Kommentar:

Zum Kölner Judenschreinsbuch vgl. KS01, Nr. 1. Das Regest basiert primär auf der hebräischen Vorurkunde. Die beiden lateinischen Schreinsbucheinträge dokumentieren zum einen den Übergang eines Haussechstels (sic: 1/7) von Losan von Bonn und dessen Frau Gute an deren Tochter Gute und ihren Mann Losan, zum anderen die weitere Übertragung an die Brüder Josef und Alexander und deren Frauen. Weitere Personen und Hausteile werden dort nicht genannt.

(bel./mno./rba.) / Letzte Bearbeitung: 21.06.2011

Zitierhinweis

Corpus der Quellen zur Geschichte der Juden im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Alfred Haverkamp und Jörg R. Müller, Trier, Mainz 2011, KS01, Nr. 56, URL: http://www.medieval-ashkenaz.org/KS01/CP1-c1-01os.html (Datum des Zugriffs)

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