Quellen zur Geschichte der Juden im Erzbistum Mainz (1273-1347)

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Ebm. Mainz 1, Nr. 31

1286 September 23, Stuttgart (im Lager bei)

König Rudolf [von Habsburg] versichert dem ehemaligen Judenbischof Moses (Moysi, quondam episcopo iudeorum), Joel (Joeli), Joseph Haller (Ioseph dicto Haller), Abraham Weise (Abrahe dicto Wize) (1), Koppelin (Coppelino) und den übrigen Judenräten (ceterisque consulibus iudeorum) sowie allen anderen Mainzer Juden (et aliis iudeis Magunt[inis]), den Knechten seiner Kammer (camere sue servis), seine Huld und fordert sie nachdrücklich auf, vom nächsten Mittwoch an gerechnet in drei Wochen vor ihm zu erschienen und auf die Klagen des Mainzer Erzbischofs Heinrich [von Isny], seines hochgeschätzten Fürsten, wie es sich gebührt (legitime), zu antworten (responsuri).

Datum in castris ante Stuͦtgarten, IXᵒ kalendas octobris, indictione XIIII, anno domini Mᵒ CCᵒ LXXXᵒ sexto, regni vero nostri anno XIIIᵒ.

(1) In GJ 2, 2, S. 520, Anm. 55, wurde vermutet, dass 'Diez für Wize zu lesen ist', da Abraham von Diez als Mitglied des Judenrats auch später noch begegne.

Überlieferung:

Würzburg, StA, Mainzer Urkunden 1332, Orig., lat., Perg.

  • Schaab, Diplomatische Geschichte (1855), S. 59, Anm. 1;
  • Codex diplomaticus medii aevi, Nr. 51, S. 121;
  • Codex epistolaris Rudolphi I., Nr. 19, S. 237.
  • Urkundenregesten zur Tätigkeit des deutschen Königsgerichts 3, Nr. 497, S. 347 (nicht ganz korrekt);
  • Rapp, Chronik (1977), S. 19;
  • RI 6, 1, Nr. 2048, S. 444;
  • Regesta archiepiscoporum Maguntinensium 2, Nr. 29, S. 427;
  • Regesten zur Geschichte der Juden in Deutschland, Nr. 72, S. 12;
  • Regesten der bis jetzt gedruckten Urkunden zur Landesgeschichte 3, Nr. 1998, S. 132.
  • Güntzel, Iudei (2010), S. 116;
  • Heinig, Kirche (2000), S. 385;
  • Ziwes, Studien (1995), S. 75;
  • Falck, Glanz (1978), S. 31;
  • Falck, Mainz (1973), S. 135;
  • GJ 2, 2, S. 513;
  • Schrohe, Mainz (1915), S. 69;
  • Carlebach, Verhältnisse (1901), S. 61;
  • Weidenbach, Nahetal 5 (1871), S. 678;
  • Bresslau, Geschichte (1870), S. 170;
  • Heidenthal, Chronik (1866), S. 144;
  • Colombel, Judenverfolgung (1866), S. 118;
  • Wiener, Geschichte Speyer (1863), S. 268;
  • Schaab, Diplomatische Geschichte (1855), S. 58 f.

Kommentar:

Die Urkunde steht im Zusammenhang mit dem König Rudolfs an die Mainzer Stadtgemeinde vom 21. September 1286, in dem letztere aufgefordert wird, ihren Erzbischof bei der Aufklärung der Vorwürfe gegen die Judengemeinde zu unterstützen: MZ01, Nr. 30.

(gem.) / Letzte Bearbeitung: 24.06.2015

Zitierhinweis

Corpus der Quellen zur Geschichte der Juden im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Alfred Haverkamp und Jörg R. Müller, Trier, Mainz 2015, MZ01, Nr. 31, URL: http://www.medieval-ashkenaz.org/MZ01/CP1-c1-00n0.html (Datum des Zugriffs)

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