Quellen zur Geschichte der Juden im Bistum Würzburg (1273-1347)

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Bm. Würzburg 1, Nr. 532

1336 November 14, Erfurt

In der Pfarrkirche Uissigheim ist die beschädigte Grabplatte des miles Arnold von Uissigheim erhalten, der am 14. November 1336 in Kitzingen auf Urteil des bischöflich-würzburgischen Gerichts aufgrund seiner Rolle als Anführer der antijüdischen Pogrome in Franken hingerichtet worden ist. Die Inschrift lautet:

+ ANNO DOMINI MCCCXXXVI SUBIIT GLADIO BEATUS ARNOLDUS IUVENIS MILES DE VSSINKEM XVIII KL. DECEMBRIS (1)

(1) Die Inschrift ist nur noch teilweise lesbar. Es existiert jedoch eine Aufzeichnung des Jesuiten Johannes Gamans, der im Jahre 1641 die Inschrift der damals bereits beschädigten Grabplatte noch deutlich lesen konnte; vgl. Arnold, Armledererhebung (1974), S. 52. Zur Ikonographie des an Händen Gefesselten und im Augenblick seiner Hinrichtung mit dem eigenen Schwert Dargestellten vgl. ebd., S. 52 f. Besonderes Interesse verdient die Bezeichnung des - im Unterschied zu seinem gleichnamigen Vater - jüngerer Arnold genannten Ritters als beatus. Mit dem Begräbnis des Gewalttäters mitten in der Pfarrkirche sollte offensichtlich dessen Verantwortung für den Tod zahlreicher Juden als Gott gefällige Tat gerühmt und möglicherweise sogar ein Heiligenkult etabliert werden. In diesen Kontext gehört auch die Sage, die sich um Arnold entspann, wonach dieser im Wald von Juden überfallen und ermordet worden sei, worauf sich an seinem Grabe Wunder ereignet hätten; vgl. ebd., S. 53 (mit weiterführender Literatur). Von ersten Wundern berichten bereits Johann von Viktring (WB01, Nr. 523) und der Fortsetzer der Erfurter Peterschronik (WB01, Nr. 121).

Überlieferung:

Uissigheim, Pfarrkirche, lat., Sandstein.

  • Arnold, Arnold (2004), S. 13;
  • Arnold, Armledererhebung (1974), S. 51 f.;
  • Inschriften des badischen Main- und Taubergrundes, Nr. 109, S. 56-58;
  • Oechelhaeuser, Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Tauberbischofsheim 2 (1898), S. 209-212.
  • Arnold, Arnold (2004);
  • Arnold, Armledererhebung (1974), S. 52-56.

Kommentar:

Zur Person des bereits 1332 wegen Geleitbruchs zu zehn Jahren Verbannung verurteilten miles Arnold von Uissigheim vgl. Arnold, Armledererhebung (1974), bes. S. 52-56 und 60-62; Ders., Arnold (2004).

(jmü.) / Letzte Bearbeitung: 06.01.2017

Zitierhinweis

Corpus der Quellen zur Geschichte der Juden im spätmittelalterlichen Reich, hg.v. Alfred Haverkamp und Jörg R. Müller, Trier, Mainz 2015, WB01, Nr. 532, URL: http://www.medieval-ashkenaz.org/WB01/WB-c1-0004.html (Datum des Zugriffs)

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