Quellen zur Geschichte der Juden in Westfalen

Zurück zur Übersicht

202 Quellen in diesem Teilcorpus. Sie sehen die Quelle 8.

Westfalen 1, Nr. 8

1289 April 18, Dortmund

Die Juden Johel (1) und sein Sohn Josef (Johele iudeo et Joseph filio suo) erscheinen als die beiden letzten Zeugen einer acht Personen umfassenden Zeugenliste in einer am Hofe des Grafen Herbord von Dortmund (2) ausgestellten Urkunde. In ihr verkaufen der Ritter Bernhard von Hörde (2) und seine Söhne Albert und Friedrich eine auf den Gärten des Dortmunder Bürgers Bernhard Calvus lastende Rente von 7 Pfund Kümmel und 1 1/3 Pfund Pfeffer.

Actum in curia dicti comitis anno domini MᵒCᵒCᵒLXXXᵒ nono feria secunda post dominicam Quasimodogeniti.

(1) Zu Johel vgl. Kosche, Studien (2002), S. 150 f., 156, 159 und 181.

(2) Herbord war Graf von Dortmund von etwa 1249/1253 bis 1295/1298. Seine Gemahlin war seit etwa 1282 Alheydis von Hörde, die Schwester der 1286 als Schwäger Graf Herbords bezeichneten Albert und Bernhard von Hörde; vgl. Meininghaus, Grafen von Dortmund (1915), S. 124. Zu Graf Herbord vgl. Dortmunder Statuten, S. XXIII.

Überlieferung:

Münster, LA, Stift Clarenberg, Urkunden, Nr. 2, Orig., lat., Perg.

  • DUB, Erg. Bd. 1, Nr. 320, S. 125;
  • WUB 7, Nr. 2116, S. 994 f.;
  • UB des Clarissenklosters Clarenberg, Nr. 2, S. 2.
  • WJ 1, Nr. 29, S. 55;
  • Fahne, Dynasten von Bocholtz 1, 2 (1859), S. 82.
  • Kosche, Studien (2002), S. 150 f., 156 f. und 181;
  • Fremer/Runde, Dortmund (1992/93), S. 82;
  • Rübel, Geschichte (1917), S. 327;
  • Maser, Dortmund (1911/12), S. 24 f.

Kommentar:

Brilling und Richtering vermuten in WJ 1, Nr. 29, S. 55, Anm. 1, die Zuziehung der beiden Juden als Zeugen könnte entweder damit zusammenhängen, dass sie dem Grafen das Geld zum Kauf der Rente vorgestreckt haben, oder sie könnte auf den Handel der Juden mit Gewürzen verweisen.

(dia.) / Letzte Bearbeitung: 28.02.2018

Zitierhinweis

Corpus der Quellen zur Geschichte der Juden im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Alfred Haverkamp und Jörg R. Müller, Trier, Mainz 2015, WF01, Nr. 8, URL: http://www.medieval-ashkenaz.org/WF01/WF-c1-001t.html (Datum des Zugriffs)

Lizenzhinweis

Die Datensätze stehen unter einer Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0) Lizenz und können unter Berücksichtigung der Lizenzbedingungen frei nachgenutzt werden. Sofern nicht anders angegeben, sind die verwendeten Bilder urheberrechtlich geschützt.

Zurück zur Übersicht