Judensiegel in Aschkenas (1348-1390)

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Judensiegel 2, Nr. 18

1376 Mai 6

Siegel des Kölner Juden Bunheim Schaif:

Umschrift: unbekannt. (1)

(1) Die Umschrift ist rein Hebräisch. Obwohl einzelne Buchstaben erkennbar sind, kann die Umschrift nicht gelesen werden und auch nicht mit einer 1387 geleisteten hebräischen Unterschrift in Verbindung gebracht werden, welche lautet: שמחה בהק''ר אפרים כבש (Simcha, Sohn des Märtyrers Herrn Efraim Keves [Schaf]); vgl. Düsseldorft, HStA, Herzogtum Berg, Urkunde Nr. 653v. Weder Patronym noch der Sakralname Bunheims können in die Siegelumschrift hineingelesen werden.

Überlieferung:

Duisburg, LA, Herzogtum Berg, Urkunden Nr. 455, hebr. und lat.

  • Schmandt, Judei (2002), S. 216-218;
  • GJ 3, 1, S. 638.

Kommentar:

Beschreibung: Das Siegel ist an den Rändern stark ausgefranst und fragmentiert, so dass die Umschrift erheblich beschädigt ist; Dm: 23 mm (Abdruck); Material: Wachs; Form: rund.

Siegelbild: In einem verzierten Vierpass die Bundeslade mit Trägerstange (?) oder der Opferalter (?), darüber eine Mondsichel (?).

Das Siegelbild kann nicht sicher identifiziert werden. Da Bunheim den Beinamen Schaf (Schaif, Schaeffe) trägt und dieser im Hebräischen - übereinstimmend mit seiner Unterschrift an der Urkunde von 1387 (siehe Anmerkungen zur Siegelumschrift) - 'Keves' (כבש) bedeutet, ist eine Verbindung zum Opferalter naheliegend für sein Siegelbild.

Die Urkunde wurde ausgestellt von Bunheim Schaif (Bunheym Schaeffe der Jude Burger zu Coelne). Eine spätere Urkunde siegelte Bunheim nicht mehr, sondern bat Christen darum, wobei er betonte, want ich gheyn Siegel en hayn; vgl. Schmandt, Judei (2002), S. 218.

Bunheim Schaif trieb auch Geschäfte mit Isaak von Monschau. Zu Isaaks Siegel von 1374 VIII 2 vgl. JS02, Nr. 15.

Zur Urkunde, an der das Siegel hängt, vgl. #0000# zu 1376 V 6.

(ale.) / Letzte Bearbeitung: 12.04.2018

Zitierhinweis

Corpus der Quellen zur Geschichte der Juden im spätmittelalterlichen Reich, hg.v. Alfred Haverkamp und Jörg R. Müller, Trier, Mainz 2015, JS02, Nr. 18, URL: http://www.medieval-ashkenaz.org/JS02/JS-c1-001t.html (Datum des Zugriffs)

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