Quellen zur Geschichte der Juden im Bistum Worms (1348-1390)

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Bm. Worms 2, Nr. 134

1390 März 25, [Heidelberg]

Die Heidelberger Bürgermeister Klarmann Dorwart und Heidenstein bekunden, der zu Heidelberg ansässige Jude Simelin habe sein Haus dem Hofmeister Junker Johann Kreiß und seinen Erben verkauft, wie die darüber ausgestellte Urkunde ausweise. Vor den Bürgermeistern erschien nun Simelins Schwiegersohn Baruch von Augsburg mit Sohn Vivis und Tochter Gentel und hat vor ihnen und den Juden [Mose] Nürnberg und Abraham das besagte Haus mit Mund und Halm auf ewig aufgegeben und darauf verzichtet nach weltlichem und nach jüdischem Recht. Als Zeugen waren anwesend der Schultheiß von Heidelberg, Johann von Anglach, der Heidelberger Ratsherr Hans Vogler sowie Arnold Rippe, Münzmeister zu Heidelberg.

Ich, Clarman Dorwart, und ich, Nydenstein, burgermeister zu Heidelberg, bekennen mit diesem brief und tuͦn kunt allen den, die yn ansehent oder hoͤrend lesen, als Symelin, der iuͤde zu Heidelberg geseszen, sin huse hat verkaufft gen iunckherr Henneln Creisz, hofemeister, und sinen erben, alz der selbe brief wol besagt, der dauͤber [!] geben ist, so qwoment [!] vor uns Baroch von Augspurch, dez vorgenanten Symelins dochterman, und Vivis, sin son, und Gentel, sin dochter, und gabent da vor uns und vor Nùrnberg dem iuden und vor Abraham daz selbe hus off mit monde und mit halme zu eim ewigem kauff und hant daroff verzygen nach weltlichem und nach iuͤdischem rechten, ane allerley geverde. Und by den dingen sint gewesen Hennel von Anglach, scholtheisz zu Heidelberg, Hans Vogler, ratherr zu Heidelberg, und Arnolt Rippe, muͤnszmeister zu Heidelberg, die wir daruͦber zu gezúge geben haben. Und dez zu urkuͦnde so haben wir der stat zu Heidelberg clein ingesigel gehenckt an diesen brief, wann alle vorgeschriben stúck vor uns veriehen und bekant sint von wort zu wort, der geben ist am nehsten fritag vor dem Palmtage anno domini MᵒCCCᵒ nonagesimo. (1)

Rückvermerk:

litterae magistrorum civium […] (2) civitatis heidelberg super Vendicionem domus Semelen circa Augustinos (15. Jh.?)

(1) Vgl. zu dieser Urkunde WO02, Nr. 35.

(2) Vorstehend ein unleserliches, abgekürztes Wort.

Überlieferung:

Heidelberg, UB, Urkunden Barth, Nr. 39, Orig. (Digitalisat), dt., Perg.

(Gerd Mentgen) / Letzte Bearbeitung: 02.10.2020

Zitierhinweis

Corpus der Quellen zur Geschichte der Juden im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Alfred Haverkamp und Jörg R. Müller, Trier, Mainz 2020, WO02, Nr. 134, URL: http://www.medieval-ashkenaz.org/WO02/WO-c1-002o.html (Datum des Zugriffs)

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