Quellen zur Geschichte der Juden in Westfalen

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Westfalen 1, Nr. 3

1279 Juni 20, Wien

König Rudolf I. von Habsburg verlangt von der Gesamtheit der Dortmunder Juden, seinen Kammerknechten (universi judei Tremonienses camere sue servitores), den Betrag von 84 Mark Sterling (1), den er Bertram und Gottschalk von Ahaus (Berthrammi et Gotschalci de Ahusen) schuldig ist - Ersterem 70, Letzterem 14 Mark Sterling - , dem Dortmunder Schultheißen Dietrich (Ditricus scultetus Tremoniensis) als Steuerleistung (precarie nomine) zu übergeben. Dafür sollten die Juden von kommendem Martini bis zum darauf folgenden Osterfest und von da an ein weiteres Jahr frei von der Steuer sein (a festo beati Martini nunc proximo ad festum Paschae proxime subsequens et abinde deinceps ad unum annum continuum vos ab omni precaria sive stiura liberos esse decernimus et immunes).

Datum Wienn[e] XII kalendas julii, indictione VIIᵃ, anno domini Mᵒ CCᵒ LXXᵒ IXᵒ, regni vero nostri sexto.

Rückvermerk:

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(1) Kosche, Studien (2002), S. 136, vermutet in den 84 Mark Abgaben die anderthalbfache Jahressteuer.

(2) 1279 November 11.

(3) 1280 April 21.

Überlieferung:

Dortmund, StadtA, Urkunde Nr. 45, Orig. (Kriegsverlust), lat., Perg.

  • WJ 1, Nr. 25, S. 51 f.;
  • WUB 7, Nr. 1683, S. 771 f.;
  • DUB 1, Nr. 155, S. 88 f.
  • DUB, Erg. Bd. 1, Nr. 246, S. 99;
  • RI 6, 1, Nr. 1107, S. 279.
  • Aschoff, Geschichte (2006), S. 84;
  • Kosche, Studien (2002), S. 136;
  • Aschoff, Juden in Antike (1998), S. 47;
  • Fremer/Runde, Dortmund (1992/93), S. 71;
  • GJ 2, 1, S. 170;
  • Maser, Dortmund (1911/12), S. 5, 14 und 38 f.;
  • Rösel, Reichssteuern (1910), S. 343 und 697 f.;
  • Rübel, Geschichte (1917), S. 325;
  • Dortmunder Statuten, S. CXXXIV;
  • Rübel, Reichshöfe (1878), S. 175.

Kommentar:

Aus der Urkunde ergibt sich, dass der Judenschutz in Dortmund noch beim Reich lag. Wenig später erhielt der Graf von der Mark das Judengeleitsrecht, das er fortan vor allem gegen den Erzbischof von Köln hartnäckig verteidigte, wie erstmals aus Urkunden vom 1. und 2. Dezember 1299 (WF01, Nr. 28, WF01, Nr. 29, WF01, Nr. 30) deutlich wird. Dieses Datum ist der terminus ante quem für den Erwerb des lukrativen Rechtes, dessen Übertragung auf den Grafen nicht überliefert ist.

(dia.) / Letzte Bearbeitung: 05.04.2017

Zitierhinweis

Corpus der Quellen zur Geschichte der Juden im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Alfred Haverkamp und Jörg R. Müller, Trier, Mainz 2015, WF01, Nr. 3, URL: http://www.medieval-ashkenaz.org/WF01/WF-c1-000n.html (Datum des Zugriffs)

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