Quellen zur Geschichte der Juden im Bistum Worms (1348-1390)

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Bm. Worms 2, Nr. 91

1379 April 1, Heidelberg

Pfalzgraf Ruprecht [I.] bekundet, dass das Oppenheimer Burglehen, das der Edelknecht Burghard von Nackenheim bislang von Reichs wegen innehatte und das die Wormser Juden finanzierten, von Bürgermeister und Rat der Stadt Worms mit Ruprechts Einverständnis für 100 Pfund Heller erworben wurde. Daraufhin hat Burkhard Eigengüter im Wert dieser Summe ausgewählt, die er durch den Pfalzgrafen wiederum von Reichs wegen als Burglehen empfangen hat, wofür er treue Dienste schuldet.

Wir, Ruprecht der elter, von Gots gnaden pfaltzgrave bij Rine, des heilgen Romschen richs obirster drohsesze und hertzog in Beyern, veriehen und erkennen uns an diesem unserm briffe umb soliche ansprache, als Burgkart von Nagheim, edelknecht, bis her gehabt hat an die iudischeit zuͦ Wormszen von eyns burglehen wegen, daz er off yn gehabt hat zuͦ eyme rechten burglehen von des richs wegen zú Oppinheim, die (1) erbern wisen lude, die burgermeistere und der rat zuͦ Wormsz daz selbe burglehen mit unserm willen von yme gelost und gekauft hant umb hundert phuͦnd heller. Und hat der selbe Burghart von Nagheim mit unserm willen, wissen und verhengnisse die selben hundert phuͦnd heller dem riche widerumb off sine eigen guden verlacht und bewiset und die selben guͦde von uns enpfangen von des richs wegen zuͦ eyme burg (2) lehen und sal daz auch verdienen mit [b]eidem, truwen hulden und dinsten, als gewonlichen und recht ist, an alle geverde. Des zuͦ urkunde so han wir unser inges[igel] duͦn hencken an diesen briff. Geben zuͦ Heildeberg, off den fritag vor dem Palmtage, nach Cristis geburte drutzenhundert iare und in dem nuͦn und siebentzigsten iare.

(1) Nach vorstehendem Wort folgt ein zweites, durchgestrichenes 'die'.

(2) Vorstehendes Wort wurde über der Zeile eingefügt.

Überlieferung:

Karlsruhe, GLA, Best. 67, Nr. 810, fol. 8r, Abschr. (gleichzeitig), dt., Papier.

(Gerd Mentgen) / Letzte Bearbeitung: 02.10.2020

Zitierhinweis

Corpus der Quellen zur Geschichte der Juden im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Alfred Haverkamp und Jörg R. Müller, Trier, Mainz 2020, WO02, Nr. 91, URL: http://www.medieval-ashkenaz.org/WO02/CP1-c1-00or.html (Datum des Zugriffs)

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